von Studium Generale

Die Organisation eines Landtags - Die Arbeit einer Abgeordneten

Besuch aus dem Landtag

Am Dienstag, den 15.11.2016, durften einige interessierte Schüler im Rahmen des Wahlkurses Studium Generale Frau Dr. Ute Eiling-Hütig, die 2013 durch ein Direktmandat für die CSU in den Bayerischen Landtag einzog, am Gymnasium Tutzing begrüßen. Die Referentin kam, um von ihrer Arbeit als Landtagsabgeordnete zu berichten; sie nahm sich aber auch Zeit, um über aktuelle Themen zu diskutieren.

Aber was machen Landtagsabgeordnete eigentlich? Neben der Zustimmung zur Regierungsbildung ist es eine wichtige Hauptaufgabe des Landtags, neue Gesetze zu diskutieren und zu beschließen. Ehe die Vollversammlung aber über ein Gesetz abstimmt, wird jeder einzelne Gesetzesvorschlag in den zuständigen Ausschüssen, in denen Abgeordnete aus allen Parteien sitzen, überprüft und bearbeitet. Es gibt für jedes Ministerium einen entsprechenden Ausschuss. Frau Dr. Eiling-Hütig gehört dabei dem Ausschuss für Bildung und Kultus sowie dem Ausschuss für Gesundheit und Pflege an. Während sie sich als Abgeordnete im Landtag vor allem mit ihren Bereichen befasst, kümmert  sie sich in ihrem Stimmkreis, dem Landkreis Starnberg, um  Angelegenheiten aus allen Bereichen. Zusammen mit ihrer Arbeit im Stimmkreis Starnberg kommt Frau Dr. Eiling-Hütig so auf ein Arbeitspensum von 60 bis 80 Wochenstunden.

Im Rahmen der Studium-Generale-Veranstaltung berichtete Frau Dr. Eiling-Hütig  von ihren Bemühungen um Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Von den 101 Sitzen der CSU im Bayerischen Landtag sind nur 21 von Frauen besetzt. Sie erzählte von einigen  persönlichen Erlebnissen, die ihr zeigten, dass Frauen im Berufsalltag oftmals nicht die gleichen Chancen haben wie Männer, und wies darauf hin, dass Frauen für die gleiche Arbeit häufig nach wie vor deutlich schlechter als ihre männlichen Arbeitskollegen bezahlt werden. Wenn ein Mann und eine Frau sich für eine Stelle bewerben, sei es oftmals wahrscheinlicher, dass der Mann die Stelle bekäme, selbst wenn die Frau höher qualifiziert wäre.

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung wurden aktuelle Themen besprochen, so beispielsweise die Zukunft des Gymnasiums in Bayern. Hierbei wird derzeit um die Frage gerungen, ob zukünftig eine acht- oder wieder eine neunjährige Form des Gymnasiums zu bevorzugen sei. Frau Dr. Eiling-Hütig spricht sich für die achtjährige Variante aus, wenngleich sie einräumt, dass die Einführung des G 8 mit dem Schuljahr 2004/2005 zu kurzfristig war. Als Vorteil sieht sie bei der achtjährigen Form, dass nach dem Abitur ausreichend Raum für ein soziales Jahr oder einen Auslandsaufenthalt gegeben sei. Ein erstes Meinungsbild am Gymnasium Tutzing zeigte demgegenüber eine Tendenz zum neunzügigen Gymnasium. Als Begründungen wurden beispielsweise der geringere Leistungsdruck, mehr Erfolgserlebnisse, mehr Zeit für Wahlkurse und bessere Bedingungen für einen Auslandsaufenthalt genannt.

Abschließend thematisierten die Schülerinnen und Schüler des Wahlkurses noch den schlechten Zustand des Schulgebäudes, insbesondere den maroden Balkon der Kalle Villa, den abbröckelnden Putz im Südbau und die Situation in der Turnhalle, in der ein Schimmelpilzbefall festgestellt wurde. Aufgrund finanzieller und personeller Engpässe des Sachaufwandträgers stocken hier die Reparatur- bzw. Sanierungsarbeiten. Frau Dr. Eiling-Hütig versprach, sich in dieser Sache mit der Gemeinde und mit dem Landrat zu besprechen.

Zu guter Letzt wollen wir uns noch herzlich für die Zeit, die sich Frau Dr. Ute Eiling-Hütig für uns genommen hat, und für das interessante und aufschlussreiche Gespräch mit ihr bedanken.

Felix Müller, Philipp John, Leo Frömel

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